Fahren im

Verkehr

Die praktische Prüfungsstrecke wird vom zugeteilten Fahrprüfer selber gewählt. Als Fahrkandidat können Sie einen Teil der Prüfungsstrecke vor oder hinter dem Fahrschulauto fahren, in welchem der Fahrprüfer sitzt. Die Fahranweisungen, mit welcher Ihnen die Fahrstrecke angesagt wird, erfolgt über eine Funkverbindung.

Während der Fahrprüfer die Fahrkommandos über ein Funkgerät spricht, können Sie dieses durch einen Ohrhöhrer hören. Sie haben kein Mikrofon, sodass Sie die erteilten Fahrkommandos nicht sprachlich bestätigen können. Überprüfen Sie deshalb vor dem Aufsetzen Ihres Motorradhelmes den korrekten Sitz des Ohrhöhers und dessen Funktion.

Wer die Menschen so behandelt, wie sie sind, der macht sie damit schlechter.
Wer aber die Menschen so behandelt, wie sie sein könnten, der macht sie damit besser.

 

Johann Wolfgang von Goethe (deutscher Dichter)


Allgemeines

Es werden bei der Fahrprüfungsstrecke folgende Verkehrsräume einbezogen:

  • Verkehrsberuhigte Gebiete (ca. 30 km/h)
  • Ortsgebiet (50 km/h)
  • Freilandstraßen (über 50 km/h, Richtgeschwindigkeit: 80 km/h)
  • Autobahn, Autostraße oder Schnellstraße (mindestens 80 km/h, Richtgeschwindigkeit: 100 km/h)

Es sind bei der Prüfungsfahrt mindestens drei der aufgezählten Gebiete einzubeziehen, wobei der Schwerpunkt auf der Freilandstraße liegen soll.

Ebene, Steigung, Gefälle

A 3.01 Anfahrsicherheit

Der Prüfungskandidat muss durch raschen Finden des Haltepunktes des Kupplungshebels ruckfrei mit dosiertem Gas anfahren. Der Prüfungskandidat darf dabei die Kupplung nicht unnötig lange schleifen lassen, Bergauf darf das Motorrad kaum merkbar zurückrollen.

  • Motor abwürgen
  • Falsche Kupplungsbetätigung
  • Zurückrollen beim Anfahren in einer Steigung
  • Wegfahren mit beiden Beinen am Boden
  • "Wackeliges" Anfahren

 

A 3.02 Gangwahl

Selbstständige Wahl des zweckmäßigen Ganges. Erkennen der Schaltzeitpunkte entsprechend der Situation.

  • Zu niedriger Gang
  • Zu hoher Gang
  • Motor absterben
  • Ständiges Bremsen mit Betriebsbremse beim Berganfahren
  • Grundloses fahren ohne Gang, bzw. im ausgekuppelten Zustand

A 3.03 Nebenhandlungen

Rasches Auffinden von Bedienungseinrichtungen, Beurteilen, ob das Einschalten einer Einrichtung erforderlich ist.

  • Ein-/Ausschalten erforderlich:
    • Falsche Lichtstufe gewählt
    • Keine Reaktion, bzw. Bedienungseinrichtung nicht gefunden
  • Betätigen der Bedienungseinrichtung:
    • Suchen der Bedienungseinrichtung
    • Spurunsicherheit bei der Bedienung
    •  Zu langes Wegschauen von der Fahrbahn
    • Beeinträchtigung der Verkehrsbeobachtung
    • Unbeabsichtigtes Bremsen während der Fahrt

A 3.04 Abstellen und Sichern

Durchführen aller Handlungen zum sicheren Abstellen und Verlassen des Fahrzeuges.

  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen beim Ein- oder Ausfahren in die oder aus der Parkposition
  • Keine geeignete Parkposition (nicht verkehrsgerecht)
  • Unkontrolliertes An- oder Überfahren des Randsteins
  • Motor durch Auslassen der Kupplung bei eingelegtem Gang abstellen
  • Fahrzeug wurde nicht korrekt abgesichert
  • Bei einem längeren Anhalten (Bahnübergang, Baustelle , ...) die Erfordernis zum Abstellen nicht erkannt

Spurgestaltung (Gerade, Kurve)

Der Prüfer achtet besonders auf die richtige Blicktechnik, Richtungsblicke, richtige Blickführung und richtige Blicksprünge. 

A 3.05 Wahl des Fahrstreifens (Spurstreifen)

Wahl des richtigen Fahrstreifens unter Bedachtnahme der Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse.

  • Falschen Fahrstreifen gewählt (z.B. Rechtsfahrordnung, Bodenmarkierungen, ...)
  • Befahren verbotener Fahrstreifen (z.B. Busspur)
  • Spätes Erkennen eines unbenützbaren Fahrstreifens (Beginn eines Parkstreifens, Bauarbeiten, etc)

A 3.06 Spur innerhalb des Fahrstreifens (Spurstreifen)

Wahl der Fahrspur unter Bedachtnahme der Fahrstreifenbreite, Fahrgeschwindigkeit, Seitenabstände, Fahrbahnbeschaffenheit und anderer Verkehrsteilnehmer.

  • Zu weit rechts oder links (Fahrbahn mit oder ohne Bodenmarkierungen)
  • Bei Gegenverkehr nicht äußerst rechts
  • Zu geringer Seitenabstand zu nebeneinanderfahrenden Fahrzeugen
  • Nichtbeachten von schadhaften Fahrbahnstellen
  • Vor unübersichtlichen Kurven oder Kuppen nicht äußerst rechts
  • Nicht äußerst rechts bei schlechter Sicht
  • Nicht äußerst rechts beim Überholtwerden
  • Nichtbeachten von kritischen Fahrbahnstellen (Bodenmarkierungen, Kanaldeckel, Splitt, Fahrbahnschäden, ...)

A 3.07 Spursicherheit, Blickverhalten

Bei der Geradeausfahrtr soll der Blick überwiegend in eine Entfernung, die ungefähr 10 bis 20 Sekunden Fahrtzeit entspricht, gerichtet sein. Beim Kurvenfahren muss durch die richtige Blicktechnik eine "runde", der Kurvenkrümmung angepasste Fahrlinie ermöglicht werden.

  • Geradeausfahrt
    • Tunnelblick, Blick zu weit nach vorne, zu kurz, über eine längere Zeit. Anvisieren bzw. Orientierung am Gegenverkehr oder am Überholten, "mit Blick hängen bleiben"
    • Spurabweichung bim Blinken, Schalten, Schulterblick etc.
    • Keine gerade Fahrlinie (Pendeln)
  • Zusätzlich bei der Kurvenfahrt
    • Lenkkorrektur wegen zu kleinem Kurvenradius
    • Lenkkorrektur wegen zu großem Kurvenradius

Tempogestaltung

Der Fahrkandidat muss sein Tempo den Straßen-, Witterungs-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anpassen. Er hat erforderlichen falls die Geschwindigkeit rechtzeitig zu verringern. Weiters hat er die Eigenschaften seines Motorrades und der Ladung zu berücksichtigen.

A 3.09 Zu langsam (behindernd)

Der Fahrkandidat soll jeweils eine Fahrgeschwindigkeit wählen, die von einem ordnungsgemäß geprägten Lenker an dieser Stelle eingehalten wird. Der Fahrkandidat soll im Verkehr unauffällig "mitschwimmen".

  • Ein zu geringes Tempo selbst bemerkt und korrigiert
  • Deutlich langsamer als die "angepasster Geschwindigkeit"
  • Zögernde Beschleunigung
  • Bei idealen Bedingungen überwiegend
    • im Ortsgebiet unter 40 km/h
    • auf Freilandstraßen unter 80 km/h
    • auf der Autobahn unter 100 km/h

A 3.10 Zu schnell (für die Situation)

Der Fahrkandidat muss dein Tempo den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anpassen. Weiters hat der Fahrkandidat die Eigenschaften seines Motorrades und sein eigenes Können und seine Verfassung zu berücksichtigen.

  • Kein Fahren auf Sicht
  • Kein Fahren auf halbe Sicht
    • Geschwindigkeit reduziert, jedoch noch zu schnell für halbe Sicht
    • Deutlich erhöhte Geschwindigkeit oder Erfordernis nicht erkannt
  • Kein Fahren auf Gefahrensicht
    • Annäherungsgeschwindigkeit zu hoch
  • Zu schnell für Witterung, Fahrbahn, etc.

A 3.11 Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit

Der Fahrkandidat hat die allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkungen und entsprechende Verkehrszeichen zu beachten.

  • Geringfügige Überschreitungen selbständig, zeitnah korrigiert
  • Geringfügige oder erhebliche Überschreitung
  • Wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h überschritten, wird die Prüfung als negativ bewertet

A 3.12 Sicherheitsabstände

Der Fahrkandidat soll einen gleichmäßigen und richtigen Sicherheitsabstand hinter einem anderen Fahrzeug einhalten.

  • Zu geringer Abstand
  • Ständig oder deutlich zu geringer Abstand
  • Bei Kolonnenfahrt grundlos zu großer Abstand

Fahrstreifenwechsel

A 3.13 Fahrstreifenwechsel

Sicheres umspuren beim Fahrstreifenwechsel. Fahrstreifenwechsel können auch vom Fahrprüfer angeordnet werden.

  • Erkennt einen notwendigen Fahrstreifenwechsel nicht oder zu spät und muss daher anhalten
  • Kein vollständiger 2-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Übersehen eines anderen Fahrzeuges

A 3.14 Beachten der Bodenmarkierung

Der Fahrkandidat muss beim Fahrstreifenwechsel die vorhandenen Bodenmarkierungen beachten. Das Überfahren von Bodenmarkierungen ist zulässig, wenn es für die Aufrechterhaltung der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs erforderlich ist.

  • Überfahren von Spur-, Randlinien und Sperrflächen
    • Fahren auf Sperr- oder Randlinien
    • Deutliches Überfahren
    • Befahren einer Sperrfläche
  • Richtungspfeile nicht einhalten
    • Entgegen dem Richtungspfeil weiterfahren

A 3.15 Rechtzeitige Anzeige

Der Fahrkandidat muss den Fahrstreifenwechsel so rechtzeitig anzeigen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer auf dieses Fahrmanöver ohne Gefährdung einstellen können.

  • Zu frühe Anzeige
  • Kein Anzeigen oder ein zu spätes Anzeigen
  • Nicht koordiniert mit 2-S-Blick
  • Blinker wird nach dem Fahrmanöver nicht ausgeschaltet

A 3.16 Richtige Ausführung

Der Fahrstreifenwechsel darf erst durchgeführt werden, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden. Im geeigneten Augenblick muss der Fahrkandidat den Fahrstreifenwechsel entschlossen durchführen.

  • Zögerliche Durchführung
  • Kein ausreichender Tiefenabstand nach dem Fahrstreifenwechsel
  • Spurversatz nicht der Geschwindigkeit angepasst
  • Falsche Geschwindigkeitseinschätzung der Fahrzeuge am anderen Fahrstreifen
  • Behinderung eines anderen Fahrzeuges

Sonstiges Verhalten

A 3.17 Beachten der Verkehrsvorschriften

Die Kenntnis der Verkehrsvorschriften alleine ist zu wenig, die Verkehrsvorschriften müssen sinnvoll angewandt und eingehalten werden.

  • Verkehrszeichen
    • Hinweiszeichen/Wegweiser nicht beachtet
    • Vorschriftszeichen nicht beachtet
  • Nichtbilden der Rettungsgasse bei Staubildung
  • Umkehren, Rückwärtsfahren, Zufahren (Verbote nicht beachtet)
  • Steigert die Geschwindigkeit beim Überholtwerden

A 3.18 Verhalten bei besonderen Partnern

  • Verhalten gegenüber Einsatzfahrzeugen (Nichterkennen, Platz machen)
  • Vorbeifahren am Linienbus in einer Haltestelle (Geschwindigkeit, Abstand, Blicktechnik, Vorfahrt)
  • Nicht Beachten des Vorbeifahrverbotes an Schulbussen
  • Nicht angepasstes Verhalten bei Personen, die aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind (Geschwindigkeit, Abstand)
  • Verhalten gegenüber der Straßenbahn (Geschwindigkeit, Abstand)
  • Nicht angepasstes Verhalten beim Vorbeifahren an Haltestellen (Geschwindigkeit, Abstand)

A 3.19 Voraussehen der Gefahr

Hier ist insbesondere auf das Erkennen von verborgenen Gefahren zu achten (z.B. Ladegut auf der Straße, offene Fahrzeugtüren bei stehenden Fahrzeugen, Staubildung etc.). Ebenso ist auf das Verhalten bei seitlicher Sichtbehinderung durch parkende Kraftfahrzeuge oder Büsche zu achten.

  • Spätes Erkennen, dann richtige Reaktion
  • Keine Reaktion

A 3.20 Behinderung, Gefährdung

Mit dieser Rubrik kann der Fahrprüfer zusätzliche Bewertungen zu anderen Fehlern vermerken, sofern die Behinderung oder Gefährdung nicht einen Erschwerungsgrund bei einer anderen Mängelkategorie darstellt.

  • Kein Bremsen des anderen Verkehrsteilnehmers erforderlich (nur Gas wegnehmen)
  • Bremsen erforderlich
  • Vollbremsung oder ruckartiges Ausweichen des Partners erforderlich
  • Behindern von Bussen bei dem Verlassen einer Haltestelle
  • Unerlaubtes Einordnen vor Schienenfahrzeugen

Vorbeifahren, Überholen

Der Fahrkandidat muss beurteilen. ob ein Vorbeifahren bzw. Überholen erforderlich, erlaubt und möglich ist. Diese Vorgänge müssen rasch, sicher und ohne Behinderung von anderen Verkehrsteilnehmern durchgeführt werden.

A 3.21 Verkehrsbeurteilung, Kontaktaufnahme, Blicktechnik

Der Fahrkandidat beurteilt, ob ein Vorbeifahren bzw. Überholen aufgrund der Verkehrsverhältnisse möglich ist und in welcher Form die Kontaktaufnahme zu erfolgen hat.

  • Fährt hinter langsamen Verkehrsteilnehmern nach, obwohl ein Überholen leicht möglich wäre (Fahrrad, Traktor)
  • Keine ausreichende Kontaktaufnahme, obwohl erforderlich
  • Kein vollständiger 2-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Übersehen eines anderen Fahrzeuges

A 3.22  Überholsicht, Behinderung

Der Fahrkandidat beurteilt, ob ein Vorbeifahren bzw. Überholen aufgrund der allgemeinen Verkehrslage möglich ist.

Setzt an (Umspuren), obwohl die Verkehrslage, die Straßen- oder Sichtverhältnisse ein Vorbeifahren bzw. Überholen nicht erlauben.

A 3.23 Rechtzeitige Anzeige

Der Fahrkandidat muss den Vorbeifahr- bzw. Überholvorgang so rechtzeitig anzeigen, dass sich andere Verkehrsteilknehmer auf dieses Fahrmanöver ohne Gefährdung einstellen können.

  • Zu frühe Anzeige
  • Bei "Verwirrung" anderer Verkehrsteilnehmer
  • Kein Anzeigen oder oder zu spätes Anzeigen
  • Nicht koordiniert mit 2-S-Blick
  • Blinker wird nach Fahrmanöver nicht ausgeschaltet
  • mögliche Irreführung anderer Verkehrsteilnehmer (z.B. blinkend geradeaus die Kreuzung übersetzen)

A 3.24 Beschleunigen

Der Fahrkandidat muss, wenn erforderlich, zurückschalten. Da die Beobachtung der richtigen Ausführung des Schaltvorganges schwierig ist, kann nur aufgrund des Fahrverhaltens indirekt auf die Ausführung geschlossen werden. Das Motorrad sollte jedenfalls merklich beschleunigen.

  • Zu wenig Gas geben
  • Kein zurückschalten, obwohl die Drehzahl zu niedrig
  • Überholen mit zu geringem Geschwindigkeitsunterschied

A 3.25 Seitenabstand

Vin Einspurigen bzw. Personen ist abhängig von Geschwindigkeit und gefahrenerhöhenden Umständen mindestens 1,5 Meter, von mehrspurigen Fahrzeugen und unbeweglichen Objekten mindestens 1 Meter Seitenabstand, einzuhalten. Bei Schienenfahrzeugen genügt ein Seitenabstand von mindestens 0,5 Meter. Diese Abstandsrichtwerte können bei ausreichender Geschwindigkeitsreduktion auch unterschritten werden, ohne dass dies durch den Fahrprüfer als Mängel gewertet werden muss,.

  • Abstand geringfügig unterschritten
  • Abstand deutlich unterschritten
  • nicht angepasstes verhalten bei Personen (Geschwindigkeit, Abstand)

A 3.26 Wiedereinordnen

Der Fahrkandidat hat sich vor dem Wiedereinordnen auf den rechten Fahrstreifen zu überzeugen, dass ein ausreichend großer Sicherheitsabstand zum überholten Fahrzeug gegeben ist. Es muss mindestens ein 1-Sekunden-Sicherheitsabstand eingehalten werden.

  • Zu knapp, zu geringer Sicherheitsabstand
  • Zu knapp, Bremsen des Überholten erforderlich
  • Zu lange auf der linken Spur
  • Kein Kontroll-Blick bei gefahrenerhöhenden Situationen (z.B. zwei Fahrstreifen rechts, im Bereich von Autobahnauffahrten etc.)
  • Verringert grundlos die Geschwindigkeit und behindert das überholte Fahrzeug

Befahren von Querstellen

Zu Beachten ist das bewusste Wahrnehmen von Querstellen (Gefahr des Übersehens), das richtige Annähern, falls erforderlich rechtzeitig die Geschwindigkeit verringern, Beurteilen der Verkehrslage (Schutzweg, Radfahrerüberfahrten, Vorrangsituationen, etc), folgerichtiges Entscheiden, rasches Übersetzen

A 3.27 Verkehrsbeurteilung

Wichtig ist das rechtzeitige Erkennen der Vorrangsituation, von Schutzwegen und Radfahrüberfahrten.

  • Nicht Erkennen einer Kreuzung bzw. Querstelle
  • Vorrangverzicht bei unübersichtlichen Stellen
  • Vorrangsituation falsch beurteilen (unbegründeter Vorrangverzicht)
  • Verstoß gegen Vorschriften bei einer Eisenbahnkreuzung

A 3.28 Richtiges Annähern

Der Fahrkandidat hat die Annäherungsgeschwindigkeit unter Berücksichtigung des vorhandenen Sehtrichters und der Vorrangsituation sowie durch Verwenden beider Betriebsbremsen anzupassen.

  • Keine Geschwindigkeitsanpassung
  • Zu spätes Bremsen
  • Kein degressives Bremsen
  • Zu frühe Geschwindigkeitsreduktion
  • Zu frühes Anhalten vor der Kreuzung
  • Unbegründeter Halt an der Ordnungslinie
  • Nicht beide Bremsen verwendet

A 3.29 Wartepflichterfüllung

Hat der Fahrkandidat bei einer Querstelle Wartepflicht, muss er dies durch sein Verhalten anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig anzeigen.

  • Falsches Einschätzen der Wartepflichtsituation
    • Kein Bremsen des anderen Verkehrsteilnehmers erforderlich (nur Gas wegnehmen)
    • Bremsen anderer Verkehrsteilnehmer erforderlich
    • Unvermitteltes starkes Bremsen oder Auslenken anderer Verkehrsteilnehmer erforderlich
  • Kein eindeutiges Verhalten für den Querverkehr erkennbar (z.B. langsames Weiterrollen, abruptes Abbremsen nach Entscheidung zum Anfahren etc.)

A 3.30 Stop, Arm- und Lichtzeichen (Anhalten)

Der Fahrkandidat hat bei einer STOP-Tafel entweder vor der Haltelinie oder vor der Sichtlinie anzuhalten- Vor geregelten Kreuzungen ist darauf zu achten, dass Fußgänger oder Radfahrer auf einem Schutzweg oder einer Radfahrerüberfahrt nicht behindert werden. Auf jeden Fall muss das Motorrad ganz zum Stehen kommen

  • Stop-Tafel
    • Fahrkandidat hält nicht, zu spät oder deutlich zu früh an
    • Fahrkandidat hält an einer ungeeigneten Stelle an
  • Nichtbeachten eines Armzeichens
  • Lichtzeichen
    • Ungerechtfertiges Anhalten bei Grün
    • Falsches Anhalten bei Grün-Blinken
    • Halt nach der Haltelinie
    • Einfahren bei Gelb
    • Einfahren bei Rot
    • Nach dem Anhalten nicht rechtzeitig fahrbereit machen
    • Kein Anfahren bei Grün

A 3.31 Fußgänger, Radfahrer

Fußgängern oder Radfahrern ist das Überqueren des Schutzweges oder der Radfahrerüberfahrt zu ermöglichen, wenn sie die Absicht haben, die Fahrbahn zu überqueren. Beim Einbiegen ist Fußgängern, die die Fahrbahn bereits betreten haben, auch ohne Schutzweg die Überquerung zu ermöglichen.

  • Ungenügende Sicherungsblicke
  • Der Fußgänger bzw. Radfahrer wird an der Querung behindert
  • Grundloses Anhalten bei einem Schutzweg oder einer Radfahrerüberfahrt

A 3.32 Blicktechnik

Zu beachten sind der richtige Pendelblick und ein Sicherungsblick

  • Fehlende oder nicht rechtzeitige Blicke auf Querkommende
    • Im Zuge einer Vorrangstraße
    • Ohne Vorrangstraße
  • Spuränderung beim Queren (falsche Blicktechnik)
  • Übersehen anderer Verkehrsteilnehmer

A 3.33 Rasches Verlassen

Ist das Weiterfahren möglich, hat der Fahrkandidat ohne zu zögern die Querstelle zu verlassen. Wichtig für ein zügiges Weiterfahren ist die Wahl des richtigen Ganges.

  • Zögern beim Weiterfahren
  • Zu geringe Beschleunigung
  • Einfahren in die Kreuzung obwohl ein Verlassen nicht möglich ist

Einbiegen

Rechtzeitige Fahrtrichtungsänderung anzeigen und Geschwindigkeit anpassen, richtig einordnen, nach rechts in einem engen Bogen, nach links tangential in einem weitem Bogen.

Beachten der anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere Radfahrer und Fußgänger

A 3.34 Rechtzeitige Anzeige, Tempoanpassung

Der Fahrkandidat hat das Einbiegen so rechtzeitig anzuzeigen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer darauf einstellen können.

  • Anzeige
    • Zu frühe Anzeige
    • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
    • Blinker wird nach Fahrmanöver nicht ausgeschaltet
  • Geschwindigkeit
    • Zu frühes Verringern der Geschwindigkeit
    • Zu spätes Verringern der Geschwindigkeit
    • Kein ausreichendes Verringern der Geschwindigkeit

A 3.35 Einordnen

Will der Fahrkandidat nach links einbiegen, so hat er sein Motorrad auf dem Fahrbahnmitte zunächst gelegenen Fahrstreifen seiner Fahrtrichtung, in Einbahnen jedoch auf den linken Fahrstreifen der Fahrbahn einzuordnen. Vor dem Rechtseinbiegen hat er sich auf dem rechten Fahrstreifen einzuordnen.

  • Spätes Einordnen
  • Versäumt das Einordnen und fährt vorschriftsmäßig weiter
  • Versäumt das Einordnen und fährt nicht vorschriftsmäßig weiter
  • Ordnet sich richtig ein und fährt nicht vorschriftsmäßig weiter
  • Ordnet sich zuknapp vor einer Straßenbahn ein
  • Falsch eingeordnet (z.B. Überragen der Fahrbahnmitte im Gegenverkehr, falsch eingeordnet in Einbahnstraßen, Begrenzung von Einbiegestreifen überragt, verkehrsungünstige Aufstellung usw.)

A 3.36 Blickverhalten

Vor dem Einordnen/Einbiegen hat sich der Fahrkandidat zu vergewissern, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet oder behindert (2-S-Blick, Kontrollblick)

  • Kein vollständer 2-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Übersehen eines anderen Fahrzeuges
  • Kein Kontrollblick auf Fußgänger/Radfahreer
  • Kein Kontrollblick auf eine von hinten kommende Straßenbahn

A 3.37 Fahrspur beim Einbiegen

Nach rechts ist in einem engen Bogen, nach links in einem weiten Bogen (tangential) einzubiegen.

  • Rechts einbiegen in einem zu großem Bogen
  • Rechts einbiegen in einem zu engem Bogen
  • Links einbiegen nach dem Mittelpunkt
  • Links einbiegen in einem zu engem Bogen
  • Unkontrollierter Fahrstreifenwechsel beim Einbiegen bei mehreren Fahrstreifen zum Einbiegen

Hohes Tempo (Autobahn, Freiland)

Dir Fahrprüfung sollte, wenn es das Straßennetz zulässt, auch eine Fahrt auf der Autobahn beinhalten.

A 3.38 Einfahren

Beim Einfahren hat der Fahrkandidat am Beschleunigungsstreifen zügig zu beschleunigen, mit Hilfe des 2-S-Blickes eine Lücke im fließenden Verkehr zu suchen, die Geschwindigkeit dem fließenden Verkehr anzupassen und andere Verkehrsteilnehmer beim Einordnen nicht zu behindern.

  • Kein vollständiger 2-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
  • Anzeige nicht koordiniert mit 2-S-Blick
  • Einordnen ohne Beachtung des Nachfolgeverkehrs
  • Keine Geschwindigkeitsanpassung am Beschleunigungsstreifen
  • Verringern der Geschwindigkeit oder Anhalten am Ende des Beschleunigungsstreifens
  • Fährt am Pannenstreifen weiter, obwohl das Einfahren möglich ist

A 3.38 Ausfahren

Wenn es die Länge des Verzögerungsstreifens zulässt, darf der Fahrkandidat die Geschwindigkeit erst am Verzögerungsstreifen verringern.

  • Fehlendes Blickverhalten
  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
  • Anzeige nicht koordiniert mit dem Blickverhalten
  • Zu frühes Verringern der Geschwindigkeit vor dem Verzögerungsstreifen
  • Zu spätes Einordnen am Verzögerungsstreifen und/oder ohne Beachtung des Nachfolgeverkehrs
  • Keine Geschwindigkeitsanpassung am Verzögerungsstreifen
  • Zu hohe Geschwindigkeit bei der Ausfahrt

Weitere Informationen und Downloads

Download
LENKWERK Technikheft A1, A2, A
LENKWERK - Prüfungshandbuch Klasse A.pdf
Adobe Acrobat Dokument 8.0 MB