Überprüfungen am Fahrzeug (Anhänger)

Vorschriften

Wiederholung Klasse B:

  1. Die Lenkberechtigung B berechtigt zum Ziehen von schweren Anhängern unter 2 Bedingungen:
    • Die Summe der höchsten zulässigen Gesamtmassen darf 3.500 kg nicht übersteigen und
    • Die tatsächliche Gesamtmasse des Anhängers darf die höchste zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges nicht übersteigen.

Wird NUR eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist die Klasse BE notwendig!

Die Klasse BE berechtigt aber nicht zum Ziehen jeder (Fahrzeug-Anhänger)Kombination, auch hier gibt es natürlich festgesetzte Obergrenzen. (Gilt für alle Arten von Anhängerbremsanlagen, z.B. Auflaufbremse, elektrische Bremse, hydraulische Bremse, Druckluftbremse.)

  1. Die höchste zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges darf 3.500 kg nicht übersteigen.
  2. Die tatsächliche Gesamtmasse (höchste zulässige Gesamtmasse ist egal) des Anhängers darf die für das Zugfahrzeug genehmigte Achslast (Zulassungsbescheinigung, Typenschein) nicht übersteigen.
  3. Ist in der Zulassungsbescheinigung ein Wert für die Gespanngesamtmasse angegeben, darf dieser natürlich auch nicht überschritten werden (die Werte werden in Kilogramm angegeben).
  4. Die in der Zulassungsbescheinigung des Zugfahrzeuges angegebene, maximale Stützlast soll möglichst ausgenützt werden (Verteilung der Beladung am Anhänger), aber nicht überschritten werden.

    Auch die Anhängerdeichsel ist nur für eine bestimmte Deichsellast ausgelegt
    (S=...kg auf der Deichsel eingraviert)

    Ist der Anhänger mit einer Auflaufbremse (wird nur bis 3.500 kg höchste zulässige Gesamtmasse genehmigt) ausgestattet, gilt zusätzlich:
  5. Die tatsächliche Gesamtmasse des Anhängers darf die höchste zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges nicht übersteigen, oder bei geländegängigen, allradangetriebenen Zugfahrzeuges das 1,5fache der höchsten zulässigen Gesamtmasse des Zugfahrzeuges nicht übersteigen

Längen und Breitenvorschriften - Kraftwagenzug

© Grafik: mmm-Software
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Maximale Länge eines Kraftwagenzuges:

  • 18,75 Meter

Abstellen von Fahrzeugen auf einem Gehsteig mit Parkmarkierungen

  • Nur Fahrzeuge mit einer tatsächlichen Gesamtmasse von nicht mehr als 3.500 kg
  • Bei Fahrzeugen mit Anhängern zählt nur die tatsächliche Gesamtmasse des einzelnen Fahrzeuges

Vorgeschriebene Bremsen für zugelassene Anhänger

  • Über 750 kg höchster zulässiger Gesamtmasse
  • Ab 1.500 kg höchster zulässiger Gesamtmasse, bei landwirtschaftlichen Anhängern (bis 25 km/h) und zwar:
    • Eine Betriebsbremse
    • Eine Feststellbremse

Ausstattungsvorschrift für Anhänger über 750 kg höchster zulässiger Gesamtmasse (schwerer Anhänger)

© Foto: mmm-Software
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  • Mindestens einen Unterlegkeil mitführen

Abstellen des Anhängers ohne Zugfahrzeug (auf der Fahrbahn):

  • Nur zum Be- oder Entladen des Anhängers
  • Nur wenn wichtige gründe vorliegen
  • Nur wenn die Entfernung des Anhängers eine unbillige Wirtschaftserschwernis darstellt

Alternative: Abstellen des Anhängers in einer Garage oder auf einem Abstellplatz!

Bremsanlage

© Foto: mmm-Software
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Leichter Anhänger (bis 750 kg höchste zulässige Gesamtmasse)

  1. Brauchen keine Bremsanlage
  2. Abreißsicherung (ausgenommen landwirtschaftliche Anhänger bis maximal 25 km/h)
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Schwerer Anhänger (über 750 kg höchste zulässige Gesamtmasse)

  • Eine Betriebsbremse (meistens eine Auflaufbremse bis 3.500 kg höchste zulässige Gesamtmasse)
  • Eine Feststellbremse
  • Eventuell eine falldeichselbremse als Abreißricherung (beim Lösen des Anhängers vom Zugfahrzeug, spätestens 20 cm über der Fahrbahn, wird über ein Gestänge der Bremsanlage betätigt).
  • Zusätzliche Abrollsicherung bei einem abgestellten Anhänger, mindestens einen Unterlegkeil mitführen.

Auflaufbremsanlage

© Grafik: mmm-Software
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Klasse 

Wird das Zugfahrzeug gebremst, läuft der Anhänger auf das Zugfahrzeug auf, die Zugstange mit bremsgestänge wird nach vorne gezogen und betätigt das mechanische oder hydraulische Bremssystem des Anhängers.


Wirksamkeit 

Vorsichtig beim Befahren von längeren Gefällestrecken, die Anhängerbremsvorrichtungen werden heiß und die Bremswirkung wird immer schlechter.


Verhalten dabei: 

Anhalten und die Anhängerbremsvorrichtungen abkühlen lassen.


Kontrolle 


Leerweg der Zugstange:

Maximal ½ des möglichen Zugstangenweges.


Wirksamkeit:

Ruckartiges Zurückschieben - deutlich spürbare Bremswirkung


Bremsbelagwechsel:

Kontrolle über Schauloch - Verschleißanzeiger


Außenkontrolle

© Foto: mmm-Software
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Leuchten und Rückstrahler am Anhänger: 


  • Umrissleuchten sind je zwei vorne und hinten sichtbare Leuchten, die nach vorne weißes und nach hinten rotes Licht ausstrahlen (ab einer Breite von 2,1 m)
  • Vorne zwei weiße, nicht dreieckige Rückstrahler
  • Vorne weiße Begrenzungsleuchten (über einer Breite von 1,6 m oder wenn der Anhänger breiter ist als das Zugfahrzeug).
  • Seitlich angebrachte, gelbrote Rückstrahler (mindestens 35cm und maximal 90cm über dem Boden) muss jeder Anhägner aufweisen
  • Seitenmarkierungsleuchten (ab einer Länge von 6m, ausgenommen landwirtschaftliche Anhänger)
  • Hinten am Anhänger:
    • Bremsleuchten
      Ausgenommen:
      • Anhänger, deren Abmessungen so gering sind, dass die Bremsleuchten des Zugfahrzeuges nicht verdeckt werden
      • Landwirtschaftliche Anhänger-maximal 25 km/h.
    • Eine gerade Zahl von Schlussleuchten
    • Eine Kennzeichenbeleuchtung
    • Nebelschlussleuchte(n)
    • Zwei rote, dreieckige Rückstrahler

Reifenarten

© Grafik: mmm-Software
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A = Straßen-Sommerreifen (Lenkachse)

B = Straßen-Sommerreifen (Antriebsachse)

C = Straßen-Winterreifen

D = Baustellenreifen

Reifenaufbau

© Grafik: mmm-Software
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1 = Lauffläche mit profil

2 = Gürtel

3 = Karkasse (Unterbau)

4 = Seitenwand

5 = Wulst

6 = Luftdichte Gummischicht

 

Folgende Punkte sind regelmäßig zu prüfen:

  • Profiltiefe
  • Luftdruck
  • Reifenschäden
  • Abnutzungsbild

Kontrolle des Aufbaues und der Planen

© Foto: mmm-Software
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  • Planenbefestigungen
  • Zustand bzw. Risse in der Plane
  • Kontrolle aller Verriegelungen der Bordwände
  • Sonstige Verschlüsse (zB.: Türverschlüsse wenn vorhanden)
  • Durchrostungen am Aufbau
  • Sicherung der Ladung

Ladung

© Grafik: mmm-Software
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Die Sicherung des Ladegutes muss auch ausreichend sein bei:

  • Vollbremsungen
  • Abrupten Ausweichmanövern
  • Intensiven Beschleunigungsvorgängen auf unebener Fahrbahn

Amtliches Kennzeichen

© Foto: mmm-Software
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Ziehen eines Anhängers, der im Ausland zugelassen ist (LKW in Österreich zugelassen):

  • Das ist erlaubt, wenn Transporte vom Ausland in das Inland durchgeführt werden
  • Über dem ausländischen Kennzeichen des Anhängers, muss eine rote Kennzeichentafel mit der Nummer des Zugfahrzeuges angebracht werden

Anhängern an-, abschliessen

Anhängen eines Einachsanhängers (Verhalten)

© Grafik: mmm-Software
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© Foto: mmm-Software
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  • Mit dem Zugfahrzeug zum Anhänger fahren
  • zulässige Stützlast am Zugfahrzeug überprüfen (ersichtlich aus Zulassungsbescheinigung oder Hinweisschild am Zugfahrzeug)
  • Die tatsächliche Deichsellast des Anhängers überprüfen
  • Das Stützrad absenken, bis die Anhängerkupplung einrastet
  • Abreißleine einhängen, beim Abreißen des Anhängers wird die Feststellbremse des Anhängers betätigt
  • Stützrad anheben und fixieren
  • Stromkabel anschließen, auf gleiche Betriebsspannung (12V, 24V) achten, die Kontakte dürfen nicht verrostet sein und die Anzahl der Pole müssen übereinstimmen (eventuell Adapter einfügen)
  • Hintere Anhängerstützen in die oberste Stellung ziehen und fixieren
  • Kontrolle der Beleuchtungs- und Signaleinrichtungen
  • Unterlegkeile entfernen
  • Feststellbremse des Anhängers lösen
  • Bremsprobe

Beladen eines Wohnwagen-Anhängers

  • Der Anhänger soll vor dem Ankuppeln beladen werden (um die Deichsellast feststellen zu können)
  • Der Schwerpunkt der Ladung eines Einachsanhängers soll in der Nähe der Achse liegen
  • Das Ladegut soll auf einem Einachsanhänger so verteilt werden, dass der Anhänger sich mit der zulässigen Stützlast auf der Anhängerkupplung abstützt (Pendelgefahr wird verringert)

Elektrische Verbindungen

© Foto: mmm-Software
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  • Beide Fahrzeuge müssen eine elektrische Anlage mit der gleichen Betriebsspannung (12V, 24V) aufweisen
  • Die Anzahl der Pole bei der elektrischen Verbindung müssen übereinstimmen
  • Die Kontakte dürfen nicht verrostet sein
  • Alle elektrischen Verbindungen herstellen (ABS beachten!)
  • Funktionskontrolle der gesamten Beleuchtung und der Signaleinrichtungen.

Unterlegkeile

© Foto: mmm-Software
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Bei schweren Anhängern (höchste zulässige Gesamtmasse über 750 kg) muss mindestens ein Unterlegkeil mitgeführt werden.

Weitere Informationen und Downloads


www.LENKWERK.at

Die Führerschein-Manufaktur