Fahren

im Verkehr



Ebene, Steigung, Gefälle

B 3.01 Anfahrsicherheit

Der Fahrkandidat muss durch rasches Finden des Haltepunktes des Kupplungspedals ruckfrei mit dosiertem Gas anfahren.

Er darf dabei die Kupplung nicht unnötig lange schleifen lassen. Bergauf darf das Fahrschulauto kaum merkbar zurückrollen. Das Anfahren mit der Feststellbremse kann vom Fahrprüfer angeordnet werden.

  • Der Motor wird abgewürgt
  • falsche Kupplungsbetätigung
  • Wegfahren mit versehentlich angezogener Feststellbremse
  • Anfahren in einer Steigung (Zurückrollen, ...)

B 3.02 Gangwahl

Exakte Führung des Schalthebels. Handstellung beachten!! Selbstständige Wahl des zweckmäßigsten Ganges. Erkennen der Schaltzeitpunkte entsprechend der Situation

  • Zu niedriger Gang gewählt (wiederholt oder ständig)
  • Zu hoher Gang (wiederholt oder ständig)
  • Motor stirbt ab
  • Ständiges Bremse mit der Betriebsbremse beim Bergabfahren
  • Grundlos ohne Gang fahren oder ausgekuppelt

B 3.03 Nebenhandlungen

Rasches Auffinden und richtiges Betätigen von Licht, Scheibenwischer, Heizung, Fensterheber, etc. Beurteilen, ob das Einschalten einer bestimmten Einrichtung notwendig ist.

  • Ein-/Ausschalten erforderlich (Dunkelheit, Nebel, Regen, angelaufene Scheiben etc.)
  • Betätigen der Bedieneinrichtung
    • Suchen der Bedieneinrichtung
    • Lenkbewegung beim Bedienen
    • Zu langes Wegschauen von der Fahrbahn, Beeinträchtigung der Verkehrsbeobachtung

 

B 3.04 Abstellen und Sichern

Durchführen aller Handlungen zum sicheren Abstellen und Berlassen des Fahrschulautos.

  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen beim Ein- oder Ausfahren in die oder aus der Parkposition
  • Nicht geeignete Parkposition (nicht verkehrsgerecht, Ausstieg nicht möglich) unkontrolliertes An- oder Überfahren des Randsteins
  • Motor durch Auslassen der Kupplung bei eingelegtem Gang abstellen
  • Fahrzeug nicht korrekt absichern (Gang, Feststellbremse)
  • Aussteigen ohne Blick nach hinten
    • ohne möglichen Folgeverkehr (z.B. Schrägparkplatz)
    • bei möglichem Folgeverkehr (z.B. Längsparkplatz)
  • Bei längerem Anhalten (Bahnübergang, Baustelle, usw.) Erfordernis zum Abstellen nicht erkannt

Spurgestaltung (Gerade, Kurve)

Es wird besonders auf die Blicktechnik, Tunnelblick, Richtungsblick, die richtige Blickführung und Blicksprünge geachtet.

B 3.05 Wahl des Fahrstreifens (Spurstreifen)

Wahl des richtigen Fahrstreifens unter Bedachtnahme der Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse.

  • Falscher Fahrstreifen gewählt (z.B. Rechtsfahrordnung, Bodenmarkierungen, ...)
  • Befahren verbotener Fahrstreifen (z.B. Busspur)
  • Spätes Erkennen eines unbenützbaren Fahrstreifens (Beginn eines Parkstreifens, Bauarbeiten, etc(, dabei bis zum Hindernis gefahren

B 3.06 Spur innerhalb des Fahrstreifens (Spurstreifen)

Wahl der Fahrspur unter Bedachtnahme der Fahrstreifenbreite, Fahrgeschwindigkeit, Seitenabstände, Fahrbahnbeschaffenheit und anderer Verkehrsteilnehmer

  • Zu weit rechts oder links
  • Befahren unbefestigtes Fahrbahnteile
  • Bei Gegenverkehr nicht äußerst rechts
  • Zu geringer Seitenabstand zu nebeneinanderfahrenden Fahrzeugen
  • Nichtbeachten von schadhaften Fahrbahnstellen
  • Vor unübersichtlichen Kurven oder Kuppen nicht äußerst rechts
  • Nicht äußerst rechts bei schlechter Sicht
  • Nicht äußerst rechts beim Überholtwerden

B 3.07 Spursicherheit, Blickverhalten

Bei Geradeausfahrt soll der Blick überwiegend in eine Entfernung, die ungefähr 10 bis 20 Sekunden Fahrzeit entspricht, gerichtet sein.

Beim Kurvenfahren muss durch die richtige Blicktechnik eine "runde", der Kurvenkrümmung angepasste Fahrlinie ermöglicht werden.

  • Geradeausfahrt
    • Tunnelblick, Blick zu weit nach vorne / zu kurz, über längere Zeit
    • Anvisieren bzw. Orientierung am Gegenverkehr oder dem Überholten, "mit Blick hängen bleiben"
    • Spurabweichung beim Blinken, Schalten, Schulterblick etc
    • bei erheblicher Spurabweichung
    • Keine gerade Fahrlinie (Pendeln)
    • Blick auf Schalthebel
  • Zusätzlich bei Kurvenfahrt
    • Lenkkorrektur wegen zu kleinem Kurvenradius
    • Lenkkorrektur wegen zu großem Kurvenradius

B 3.08 Lenkradführung

Im Normalfall beide Hände am Lenkrad, richtige Haltung des Lenkrades, Übergreifen in der Kurve, zurückstellen der Lenkung zum Geradeausfahren durch Zurücklenken oder durch kontrolliertes Zurückgleiten des Lenkrades.

  • Falsche Handhaltung am Lenkrad
  • Kein Übergreifen beim Kurvenfahren, Einbiegen (z.B. "Melken", "Tellerwaschen", ...)
  • Ohne Grund mit einer Hand lenken (z.B. Hand ständig am Schalthebel)
  • Keine Hand am Lenkrad

Tempogestaltung

Der Fahrkandidat muss sein Tempo den Straßen-, Witterungs-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anpassen. Er hat erforderlichenfalls die Geschwindigkeit rechtzeitig zu verringern

Weiters hat er die Eigenschaft seines Fahrzeuges und der Ladung zu berücksichtigen.

B 3.09 Zu langsam (behindernd)

Der Fahrkandidat soll jeweils eine Fahrgeschwindigkeit wählen, die von einem ordnungsgemäß geprägten Lenker an dieser Stelle eingehalten wird. Er soll im Verkehr unauffällig "mitschwimmen".

  • Zu geringes Tempo selbst bemerkt und korrigiert
  • Deutlich langsamer als "angepasste Geschwindigkeit"
  • Zögernde Beschleunigung
  • Bei idealen Bedingungen überwiegend
    • im Ortsgebiet weniger als 40 km/h
    • auf der Freilandstraße weniger als 80 km/h
    • auf der Autobahn weniger als 100 km/h

B 3.10 Zu schnell (für die Situation)

Der Fahrkandidat muss sein Tempo den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anpassen. Weiters hat es die Eigenschaften seines Fahrzeuges sein eigenes Können und seine Verfassung zu berücksichtigen

  • Kein Fahren auf Sicht (mit überhöhter Geschwindigkeit)
  • Kein Fahren auf halbe Sicht
    • Geschwindigkeit reduziert, jedoch noch zu schnell für halbe Sicht
    • Deutlich erhöhte Geschwindigkeit oder Erfordernis nicht erkannt
  • Kein  Fahren auf Gefahrensicht (passiert Gefahrenstelle mit überhöhter Geschwindigkeit)
  • Zu schnell für Witterung, Fahrbahn etc. (ohne oder mit Beeinträchtigung der Fahrstabilität)

B 3.11 Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit

Der Fahrkandidat hat die allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung und entsprechende Verkehrszeichen zu beachten.

  • Geringfügige Überschreitung selbstständig, zeitnah korrigiert
  • Geringfügige Überschreitung (bis zu 5 km/h)
  • Erhebliche Überschreitung (mehr als 5 km/h)
  • Überschreitung von mehr als 10 km/h
  • Überschreitung von mehr als 20 km/h

B 3.12 Sicherheitsabstände

Der Fahrkandidat soll einen gleichmäßigen und richtigen Sicherheitsabstand hinter einem anderen Fahrzeug einhalten.

  • Zu geringer Abstand, sofort selbst korrigiert
  • Zu geringer Abstand
  • Ständig oder deutlich zu geringer Abstand
  • Bei Kolonnenfahrt grundlos zu großer Abstand

Fahrstreifenwechsel

Sicheres Umspuren beim Fahrstreifenwechsel. Fahrstreifenwechsel können auch vom Fahrprüfer angeordnet werden. 

B 3.13 Verkehrsbeurteilung, Kontaktaufnahme

Richtige Blickkontrollen nach vorne und hinten (3-S-Blick), rechtzeitiges Anzeigen, Beurteilen der anderen Verkehrsteilnehmern nach deren Spur- und Spurtverhalten oder deren Zeichengebung.

  • Erkennt einen notwendigen Fahrstreifenwechsel nicht oder zu spät und muss daher anhalten
  • Kein vollständiger 3-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Übersehen eines anderen Fahrzeuges

B 3.14 Beachten der Bodenmarkierungen

Der Fahrkandidat muss beim Fahrstreifenwechsel die vorhandenen Bodenmarkierungen beachten. Das Überfahren von Bodenmarkierungen ist zulässig, wenn es für die Aufrechterhaltung der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs erforderlich ist.

  • Überfahren von Sperr-, Randlinien und Sperrflächen:
    • Fahren auf Sperr- oder Randlinie
    • Deutliches Überfahren
    • Befahren einer Sperrfläche
  • Richtungspfeile nicht einhalten
    • Entgegen Richtungspfeil weiterfahren

B 3.15 Rechtzeitige Anzeige

Der Fahrkandidat muss den Fahrstreifenwechsel so rechtzeitig anzeigen, dass cih andere Verkehrsteilnehmer auf dieses Fahrmanöver ohne Gefährdung einstellen können.

  • Zu frühe Anzeige
  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
  • Nicht koordiniert mit 3-S-Blick
  • Blinker wird nach dem Fahrmanöver nicht ausgeschaltet (z.B. blinkend geradeaus eine Kreuzung übersetzen)

B 3.16 Richtige Ausführung

Der Fahrstreifenwechsel darf erst durchgeführt werden, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden. Im geeigneten Augenblick muss der Fahrkandidat den Fahrstreifenwechsel entschlossen durchführen

  • Zögerliche Durchführung
  • Kein ausreichender Tiefenabstand nach dem Fahrstreifenwechsel
  • Lenkeinschlag nicht der Geschwindigkeit angepasst
  • Falsche Geschwindigkeitseinschätzung der Fahrzeuge am anderen Fahrstreifen
  • Behinderung eines anderen Fahrzeuges

Sonstiges Verhalten

B 3.17 Beachten der Verkehrsvorschriften

Die Kenntnis der Verkehrsvorschriften alleine ist zu wenig, die Verkehrsvorschriften müssen sinnvoll angewandt und eingehalten werden.

  • Verkehrszeichen
    • Hinweiszeichen/Wegweiser nicht beachtet
    • Gefahrenzeichen nicht beachtet
    • Vorschriftszeichen nicht beachtet
  • Nichtbilden der Rettungsgasse bei Staubildung
  • Umkehren, Rückwärtsfahren, Zufahren
    • Verbote nicht beachtet
  • Steigert seine Geschwindigkeit beim Überholtwerden

B 3.18 Verhalten bei besonderen Partnern

  • Verhalten gegenüber Einsatzfahrzeugen (Nichterkennen, Platz machen)
  • Vorbeifahren am Linienbus in einer Haltestelle
    • Geschwindigkeit
    • Abstand
    • Blicktechnik
    • Vorfahrt
  • Nicht Beachten des Vorbeifahrverbotes an Schulbissen
  • Nicht angepasstes Verhalten bei Personen, die aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind
  • Verhalten gegenüber der Straßenbahn
  • Nicht angepasstes Verhalten beim Vorbeifahren an einer Haltestelle
    • Geschwindigkeit
    • Abstand

B 3.19 Voraussehen der Gefahr

Hier ist insbesondere auf das Erkennen von verborgenen Gefahren zu achten (z.B. Ladegut auf der Straße, offene Fahrzeugtüren bei stehenden Fahrzeugen, Staubildung etc.). Ebenso ist auf das Verhalten bei seitlicher Sichtbehinderung durch parkende KFZ oder Büsche zu achten.

  • Spätes Erkennen, dann richtige Reaktion
  • Keine Reaktion

B 3.20 Behinderung, Gefährdung

Hier ist durch den Fahrprüfer eine zusätzliche Bewertung zu anderen Fehlern möglich, sofern die Behinderung oder Gefährdung nicht einen Erschwerungsgrund bei einer anderen Mängelkategorie darstellt.

  • Kein Bremsen des anderen Verkehrsteilnehmers erforderlich (nur Gas wegnehmen)
  • Bremsen erforderlich
  • Vollbremsung oder ruckartiges Ausweichen des Partners erforderlich
  • Behindern von Bussen bei dem Verlassen der Haltestelle
  • Unerlaubtes Einordnen vor Schienenfahrzeugen

Vorbeifahren, Überholen

Der Fahrkandidat muss beurteilen, ob ein Vorbeifahren bzw. Überholen erforderlich, erlaubt und möglich ist. Diese Vorgänge müssen rasch, sicher und ohne Behinderung von anderen Verkehrsteilnehmern durchgeführt werden.

B 3.21 Verkehrsbeurteilung, Kontaktaufnahme, Blicktechnik

Der Fahrkandidat beurteilt, ob ein Vorbeifahren bzw. Überholen aufgrund der Verkehrsverhältnisse möglich ist und in welcher Form die Kontaktaufnahme zu erfolgen hat.

  • Fährt hinter langsamen Verkehrsteilnehmern nach, obwohl ein Überholen leicht möglich wäre (Fahrrad, Traktor)
  • Keine ausreichende Kontaktaufnahme, obwohl erforderlich
  • Kein vollständiger 3-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Übersehen eines anderen Fahrzeuges

B 3.22 Überholsicht, Behinderung

Der Fahrkandidat beurteilt, ob ein Vorbeifahren bzw. Überholen aufgrund der allgemeinen Verkehrslage möglich ist.

  • Setzt an (Umspuren), obwohl die Verkehrslage, die Straßen- oder Sichtverhältnisse ein Vorbeifahren bzw. Überholen nicht erlauben

B 3.23 Rechtzeitige Anzeige

Der Fahrkandidat muss den Vorbeifahr- bzw. Überholvorgang so rechtzeitig anzeigen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer auf dieses Fahrmanöver ohne Gefährdung einstellen können.

  • Zu frühe Anzeige
  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
  • Nicht koordiniert mit 3-S-Blick
  • Blinker wird nach dem Fahrmanöver nicht ausgeschaltet

B 3.24 Beschleunigen

Der Fahrkandidat muss, wenn erforderlich, zurückschalten. Es ist darauf zu achten, dass der Schaltvorgang rasch durchgeführt und das Beschleunigungsvermögen des Fahrzeuges voll ausgenützt wird.

  • Zu wenig Gas geben
  • Kein Zurückschalten, obwohl die Drehzahl zu niedrig ist
  • Überholen mit einem zu geringem Geschwindigkeitsunterschied (mindestens 20 km/h)

B 3.25 Seitenabstand

Von Einspurigen bzw. Personen ist abhängig von Geschwindigkeit und gefahrenerhöhenden Umständen mindestens 1,5 Meter, von mehrspurigen Fahrzeugen und unbeweglichen Objekten mindestens 1 Meter Seitenabstand, einzuhalten. Bei Schienenfahrzeugen genügt ein Seitenabstand  von mindestens 0,5 Meter. Diese Abstandsrichtwerte können bei ausreichender Geschwindigkeitsreduktion auch unterschritten werden, ohne dass dies als Mängel gewertet werden muss.

  • Abstand geringfügig unterschritten
  • Abstand deutlich unterschritten
  • Nicht angepasstes Verhalten bei Personen (Geschwindigkeit, Abstand, ...)

B 3.26 Wiedereinordnen

Der Fahrkandidat hat sich vor dem Wiedereinordnen auf den rechten Fahrstreifen zu überzeugen, dass ein ausreichend großer Sicherheitsabstand zum überholenden Fahrzeug gegeben ist. Es muss mindestens ein Meter Sekunden-Sicherheitsabstand eingehalten werden.

  • Zu knapp, zu geringer Seitenabstand
  • Zu knapp, Bremsen des Überholten erforderlich
  • Zu lange auf der linken Spur fahren
  • Kein Kontroll-Blick
    • bei gefahrenerhöhenden Situationen (z.B. zwei Fahrstreifen rechts, im Bereich von Autobahnauffahrten usw.)
  • Verringert grundlos die Geschwindigkeit und behindert das überholte Fahrzeug

Befahren von Querstellen

Zu achten ist auf das bewusste Wahrnehmen von Querstellen (Gefahr des Übersehens!), das richtige Annähern, falls erforderlich rechtzeitig Geschwindigkeit verringern, Beurteilen der Verkehrslage (Schutzweg, Vorrangsituation etc), folgerichtiges Entscheiden, rasches Übersetzen.

B 3.27 Verkehrsbeurteilung

Wichtig ist das rechtzeitige Erkennen von Vorrangsituationen, von Schutzwegen und Radfahrerüberfahrten.

  • Nicht Erkennen einer Kreuzung bzw. Querstelle
  • Vorrangverzicht bei unübersichtlichen Stellen
  • Vorrangsituation falsch beurteilen (unbegründeter Vorrangverzeicht)
  • Verstoß gegen Vorschriften bei Eisenbahnkreuzungen

B 3.28 Richtiges Annähern

Der Fahrkandidat hat die Annäherungsgeschwindigkeit unter Berücksichtigung des vorhandenen Sehtrichters und der Vorrangsituation sowie durch Verwenden beider Betriebsbremsen anzupassen.

  • Keine Geschwindigkeitsanpassung
  • Zu spätes Bremsen
  • Kein degressives Bremsen
  • Zu frühe Geschwindigkeitsreduktion
  • Zu frühes Anhalten vor der Kreuzung
  • Unbegründeter Halt an der Ordnungslinie

B 3.29 Wartepflichtserfüllung

Hat der Fahrkandidat bei einer Querstelle Wartepflicht, muss er dies durch sein Verhalten anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig anzeigen.

  • Falsches Einschätzen der Wartepflichtsituation
    • Kein Bremsen des andere Verkehrsteilnehmers erforderlich (nur Gas wegnehmen)Bremsen anderer Verkehrsteilnehmer erforderlich
    • Unvermitteltes starkes Bremsen oder Auslenken anderer Verkehsteilnehmer erforderlich
  • Kein eindeutiges Verhalten für Querverkehr erkennbar (z.B. langsames Weiterrollen, abruptes Bremsen nach Entscheidung zum Anfahren etc.)

B 3.30 Stop, Arm- und Lichtzeichen (Anhalten)

Der Fahrkandidat hat bei einer STOP-Tafel entweder vor der Haltelinie oder vor der Sichtlinie anzuhalten. Vor geregelten Kreuzungen ist darauf zu achten, dass Fußgänger oder Radfahrer auf einem Schutzweg oder einer Radfahrerüberfahrt nicht behindert werden. Auf jeden Fall muss das Fahrzeug ganz zum Stillstand kommen.

  • STOP-Tafel
    • Fahrkandidat hält nicht, zu spät oder deutlich zu früh an
    • Fahrkandidat hält an einer ungeeigneten Stelle an
  • Nichtbeachten eines Armzeiches
  • Lichtzeichen
    • Ungerechtfertigtes Anhalten bei Grün
    • Falsches Anhalten bei Grün-Blinken
    • Halt nach der Haltelinie
    • Einfahren bei Gelb
    • Einfahren bei Rot
    • Nach dem Anhalten nicht rechtzeitig fahrbereit machen
    • Kein Anfahren bei Grün

B 3.31 Fußgänger, Radfahrer

Fußgängern oder Radfahrern ist das Überqueren des Schutzweges oder der Radfahrerüberfahrt zu ermöglichen, wenn sie die Absicht haben, die Fahrbahn zu überqueren.

Beim Einbiegen ist Fußgängern, die die Fahrbahn bereits betreten haben, auch ohne Schutzweg die Querung zu ermöglichen.

  • Ungenügende Sicherungsblicke
  • Der Fußgänger bzw. Radfahrer wird an der Querung behindert
  • Grundloses Anhalten bei Schutzweg oder Radfahrerüberfahrt

B 3.32 Blicktechnik

Zu beachten sind der richtige Pendelblick und ein Sicherungsblick.

  • Fehlende oder nicht rechtzeitiger Blick auf Querkommende
    • Im Zuge einer Vorrangstraße
    • Ohne Vorrangstraße, einmalig
    • Ohne Vorrangstraße, ständig
  • Spuränderung beim Queren (falsche Blickechnik)
    • Einmalig
    • Bei WIederholung
    • Ständig
  • Übersehen anderer Verkehrsteilnehmer

B 3.33 Rasches Verlassen

Ist das Weiterfahren möglich, hat der Fahrkandidat ohne zu zögern die Querstelle zu verlassen. Wichtig für eine zügige Weiterfahrt ist die Wahl des richtigen Ganges.

  • Zögern beim Weiterfahren
  • Zu geringe Beschleunigung
  • Einfahren in die Kreuzung obwohl ein Verlassen nicht möglich ist

Einbiegen

Rechtzeitig Fahrtrichtigungsänderung anzeigen und Geschwindigkeit anpassen, richtig einordnen, nach rechts in engem Bogen, nach links tangential in weitem Bogen.

Beachten der anderen Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger und Radfahrer.

B 3.34 Rechtzeitige Anzeige, Tempoanpassung

Der Fahrkandidat hat das Einbiegen so rechtzeitig anzuzeigen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer darauf einstellen können.

  • Anzeige
    • Zu frühe Anzeige
    • Wiedrholt
    • Bei "Verwirrung" anderer Verkehrsteilnehmer
    • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen (Wiederholt)
    • Nicht koordiniert mit 3-S-Blick (Wiederholt)
    • Blinker wird nach dem Fahrmanöver nicht ausgeschaltet (z.B. blinkend geradeaus Kreuzung übersetzen)
  • Geschwindigkeit
    • Zu frühes Verringern der Geschwindigkeit
    • Zu spätes Verringern der Geschwindigkeit
    • Kein ausreichendes Verringern der Geschwindigkeit

B 3.35 Einordnen

Will der Fahrkandidat nach links einbiegen, so hat er sein Fahrzeug auf dem der Fahrbahnmitte zunächst gelegenen Fahrstreifen seiner Fahrtrichtung, in Einbahnen jedoch auf dem linken Fahrstreifen der Fahrbahn einzuordnen. Vor dem Rechtseinbiegen hat er sich auf dem rechten Fahrstreifen einzuordnen.

  • Spätes Einordnen
  • Versäumt das Einordnen und fährt vorschriftsmäßig weiter
  • Versäumt das Einordnen und fährt nicht vorschriftsmäßig weiter
  • Ordnet sich richtig ein und fährt nicht vorschriftsmäßig weiter
  • Ordnet sich zu knapp vor der Straßenbahn ein
  • Falsch eingeordnet (z.B. Überragen der Fahrbahnmitte im Gegenverkehr, falsch eingeordnet in Einbahnstraßen, Begrenzungen von Einbiegestreifen überragt, verkehrsungünstige Aufstellung usw.).

B 3.36 Blickverhalten

Vor dem Einordnen/Einbiegen hat sich der Fahrkandidat zu vergewissern, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet oder behindert (3-S-Blick, Kontrollblick).

  • Kein vollständiger 3-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Übersehen eines anderen Fahrzeuges
  • Kein Kontrollblick auf Fußgänger/Radfahrer
  • Kein Kontrollblick auf von hinten kommende Straßenbahn

B 3.37 Fahrspur beim Einbiegen

Nach rechts ist in engem Bogen, nach links in weitem Bogen (tangential) einzubiegen.

  • Rechts einbiegen in zu großem Bogen
  • Rechts einbiegen in zu engem Bogen
  • Überfahren der Fahrbahnbegrenzung
  • Links einbiege nach dem Mittelpunkt
  • Links einbiegen in zu engem Bogen
  • Unkontrollierter Fahrstreifenwechsel beim Einbiegen bei mehreren Fahrstreifen zum Einbiegen

Hohes Tempo (Autobahn, Freiland)

Die Fahrprüfung sollte, wenn es das Straßennetz zulässt, auch eine Fahrt auf einer Autobahn beinhalten.

B 3.3.8 Einfahren

Beim Einfahren hat der Fahrkandidat am Beschleunigungsstreifen zügig zu beschleunigen, mit Hilfe des 3-S-Blickes eine Lücke im fließenden Verkehr zu suchen, die Geschwindigkeit dem fließenden Verkehr anzupassen und andere Verkehrsteilnehmer beim Einordnen nicht zu behindern.

  • Kein vollständiger 3-S-Blick
  • Fehlendes Blickverhalten
  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
  • Anzeige nicht koordiniert mit 3-S-Blick
  • Einordnen ohne Beachtung des Nachfolgeverkehrs
  • Keine Geschwindigkeitsanpassung am Beschleunigungsstreifen
  • Verringern der Geschwindigkeit oder Anhalten am Ende des Beschleunigungsstreifens
  • Fährt am Pannenstreifen weiter, obwohl ein Einfahren möglich ist

B 3.39 Ausfahren

Wenn es die Länge des Verzögerungsstreifens zulässt, darf der Fahrkandidat die Geschwindigkeit erst am Verzögerungsstreifen verringern.

  • Fehlendes Blickverhalten
  • Kein Anzeigen oder zu spätes Anzeigen
  • Anzeige nicht koordiniert mit Blickverhalten
  • Zu frühes Verringern der Geschwindigkeit vor dem Verzögerungsstreifen
  • Zu spätes Einordnen am Verzögerungsstreifen und/oder ohne Beachtung des Nachfolgeverkehrs
  • Keine Geschwindigkeitsanpassung am Verzögerungsstreifen
  • Zu hohe Geschwindigkeit bei der Ausfahrt

 

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